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15.12.2012

Veranstaltung mit Frau Dr. phil. Karin Waringo vom Romaverband Chachipe e.V., Luxemburg

Am Mittwoch, 19. Dezember 2012, 19.00 Uhr findet im Treffpunkt Petershausen, Konstanz eine Informationsveranstaltung mit Frau Dr. phil. Karin Waringo vom Romaverband Chachipe e.V., Luxemburg zum Thema Fluchtgründe von Roma aus dem Balkan statt.

Ganz aktuell sind auch in Konstanz Roma-Familien aus Serbien, Mazedonien und dem Kosovo von Abschiebung bedroht. Ihre Kinder sind hier integriert und besuchen die Sonnenhalde- und Geschwister-Scholl-Schule.

Stoppt die Diskriminierung von Roma!

Asyl ist Menschenrecht – auch für Flüchtlinge aus Serbien und Mazedonien!

Vor wenigen Wochen wurde in Berlin das Mahnmal für die über eine halbe Million, von den Nationalsozialisten ermordeten Sinti und Roma eingeweiht. Die Reden über Mahnen und Gedenken sind noch nicht verklungen, da wird von verantwor- tungslosen Politikern und Medien in Deutschland erneut eine Kampagne gegen Roma, Flüchtlinge aus Serbien und Mazedonien, geführt. Ihnen wird pauschal Asylmissbrauch vorgeworfen, ohne ein Wort über die verheerenden Lebensbedin- gungen in den Herkunftsländern zu verlieren.

Romaverbände und Flüchtlingsorganisationen treten dieser Hetzkampagne ent- schieden entgegen. Sie stellen fest, „dass ein Großteil der Asylsuchenden aus dem Balkan Roma sind, die in ihren Herkunftsländern massiv diskriminiert werden.“ Das Ausmaß von Hass und Gewalt gegen Roma in den Ländern des Balkan reicht von systematischer Diskriminierung durch die Behörden, Polizeigewalt, dem Ab- reißen ihrer Unterkünfte mit dem Ziel ihrer Vertreibung bis hin zu Brandanschlä- gen auf ihre Häuser und lebensbedrohende Verfolgung durch rassistische Banden. Laut UNO-Flüchtlingshilfswerk UNHCR, stellt rassistische Diskriminierung eine der deutlichsten Menschenrechtsverletzungen dar und muss durchaus als Fluchtgrund bewertet werden. Das oberste Asylgericht in Frankreich hat im November 2011 entschieden, dass die Lebensverhältnisse der Roma in Serbien menschenunwürdig sind und ihnen deshalb ein Schutzstatus gewährt werden muss. Auch Amnesty International lehnt das Konzept der sicheren Herkunftsländer ab und stellt fest: Serbien und Mazedonien sind keine sicheren Herkunftsstaaten! Roma aus Serbien und Mazedonien dürfen deshalb nicht einfach vom Asylverfahren ausgeschlossen werden. Dies wäre diskriminierend und würde gegen internationales Recht verstoßen. Ob einer Person Schutz gewährt werden muss, ist deshalb immer eine Frage des Einzelfalles.

Wohin das erneute Schüren von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit führt, zeigen die Aufmärsche von Rechtsradikalen vor Flüchtlingswohnheimen am 9. November diesen Jahres. Übrigens – auch den brennenden Wohnheimen von Rostock-Lich- tenhagen wurde zum 20. Jahrestag vor kurzem ein feierliches Gedenken gewidmet. Aber was nützen uns Gedenkfeiern und Denkmäler, wenn nicht gedacht wird? Diskriminierung, Rassismus und Gewalt gegen Sinti und Roma in Deutschland und Europa müssen endlich ein Ende finden. Auch Roma haben ein uneingeschränktes Anrecht auf Schutz, Sicherheit, Recht und Freiheit!