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Unser aktueller Einzelfall: Dongria Kondh - Indien

Die Dongria Kondh sind eine gefährdete „primitive tribal group“ (eine eigene Kategorie unter den Scheduled Tribes) und leben mit etwa 8.000 Angehörigen im ostindischen Bundesstaat Orissa. Das Leben und die Lebensgrundlagen der Dongria Kondh sind durch Pläne für eine Bauxitmine bedroht. Der britische Konzern Vedanta Resources versucht eine riesige Miene in den Berg zu schlagen der die Lebensgrundlage für die 90 umliegenden Dörfer darstellt. 2009 hatte sich die indische Regierung gegen das Projekt entschieden, doch wird diese Entscheidung nun stark von der Orissa Mining Corporation angegriffen. Die OMC behauptet, sie habe die möglichen Auswirkungen der Mine auf die lokale Bevölkerung und die Umwelt berücksichtigt. Dies trifft jedoch nicht zu, die Umsetzung der Pläne würde eine verheerende Wirkung auf die Gemeinschaft haben. Ziele Es ist eine endgültige Anhörung für den 9. April angesetzt. Diese Entscheidung zeigt, dass das Gericht nicht bereit ist, das Problem schnell zu erledigen. Stattdessen wird versucht, die Argumente zu vertiefen und die Anforderungen der lokalen Gemeinschaften in vollem Umfang zu berücksichtigen. Anhaltender Druck ist in den nächsten Monaten erforderlich, um sicherzustellen, dass sich diese Position nicht ändert. Hintergrundinformationen Die Dongria Kondh leben auf ihrem Land im Einklang mit der Natur ein bisher sehr einfaches Leben, sind daher hauptsächlich Analphabeten und haben keine guten Überlebenschancen sollten sie in ein Ballungsgebiet vertreiben werden. Ihr Land und Lebensraum stehen unter dem besonderen Schutz der indischen Verfassung. Ihre Kultur, ihr spirituelles Leben und ihre wirtschaftliche Existenz sind aufs engste mit den Niyamgiri Hills verknüpft. Die Hügel bilden einen biologisch reichen und vielfältigen Lebensraum, die Flüsse sind für viele Dörfer die einzige Versorgung mit Wasser. Die Dongria Kondh leben vom Jagen und Sammeln (Lebensmittel) und vom Wanderfeldbau. Sie finden in den Hügeln Holz, Nahrungs- und Heilpflanzen, und sie bauen Ingwer, Hirse, Kurkuma, Bohnen und anderes Gemüse an. Sie verwenden dies nicht nur zum eigenen Konsum, sondern verkaufen Produkte, die sie aus natürlichen Materialien der Wälder herstellten, auch in den Dörfern weiter unten und in den Ebenen.

Weiter Informationen findest Du unter anderem hier und hier. Es gibt auch eine aktuelle Online-Petition. (English)


Unser letzter Einzelfall: Malik Medjnoun

Neuigkeiten: Mittlerweile gibt es im Fall Malik Medjnoun ein Urteil. Amnesty International prüft jedoch noch die genauen Umstände. Bis dahin bitten wir darum, nichts weiter zu unternehmen.

Malik Medjnoun befindet sich seit 1999 in Haft, ohne dass bislang ein Prozess stattgefunden hat. Er war am 28. September 1999 nach dem Mord an Lounes Matoub festgenommen worden, einem Sänger und Kritiker der algerischen Regierung. Seit der Aufnahme des Verfahrens im Mai 2001 wurde sein Prozess immer wieder verschoben. Nach seiner Festnahme wurde Malik Medjnoun über sieben Monate lang ohne Kontakt zur Außenwelt in einer Kaserne in Algier in Haft gehalten. Er gab an, dass er dort mit dem Griff einer Spitzhacke geschlagen, mit Elektroschocks gequält und gezwungen worden sei, schmutziges Wasser und andere Flüssigkeiten zu trinken. In den folgenden Monaten wurde er seinen Angaben zufolge täglich von Gefängniswärtern geschlagen und erhielt nicht ausreichend zu essen. Er war schließlich so geschwächt, dass er nicht mehr aufstehen konnte, und wurde in das Militärkrankenhaus in Blida südlich von Algier gebracht. Malik Medjnoun wurde am 4. und 6. März 2000 dem Staatsanwalt und am 2. Mai 2000 einem Untersuchungsrichter in Tizi Ouzou vorgeführt. An keinem dieser Termine hatte er einen Rechtsbeistand. Am 2. Mai 2000 teilte man ihm mit, er sei wegen „Zugehörigkeit zu einer bewaffneten terroristischen Gruppierung“ und wegen des Mords an Lounes Matoub angeklagt. Dieser Anklage war die Aussage eines anderen Mannes vorausgegangen, der sein „Geständnis“ später aber wieder zurückzog und angab, er hätte es unter Folter abgelegt. Malik Medjnoun befindet sich derzeit im Gefängnis von Tizi Ouzou. Lounes Matoub wurde am 25. Juni 1998 von Unbekannten erschossen. Die Umstände des Verbrechens sind bislang ungeklärt, und sein Tod wurde nie ordnungsgemäß untersucht. Bitte schreibt höflich formulierte Briefe an den algerischen Präsidenten und fordern Sie die Freilassung von Malik Medjnoun, da die Behörden ihn über zehn Jahre lang nicht vor Gericht gestellt haben. Bittet den Präsidenten, eine umfassende und unparteiische Untersuchung der Foltervorwürfe von Malik Medjnoun zu veranlassen und sicherzustellen, dass der Mord an Lounes Matoub aufgeklärt wird.

Schreibt in gutem Arabisch, Französisch, Englisch oder auf Deutsch an:

Innenminister:
Justizminister:

Menschenrechtsbehörde:

Yazid Zerhouni
Ministère de l'Intérieur et des Collectivités Locales
Palais du Gouvernement
18 rue Docteur Saâdane
Alger
Algérie

Tayeb Belaiz
Ministre de la Justice
Ministère de la Justice
8 Place Bir Hakem
16030 El Biar
Algérie

Mustapha Ksentini
Commission nationale consultative de promotion
et de protection des droits de l'Homme (CNCPPDH)\\
Palais du Peuple
Avenue Franklin Roosevelt
Alger
Algérie

Datum

Musterbrief

Juni 2011

englischer Brief

Mai 2011

englischer Brief

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